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Trockene Augen durch Krankheiten

Die Augen sind gerötet und brennen, bei jedem Wimpernschlag entstehen Schmerzen. Trockene Augen können das Wohlbefinden und die Sehkraft stark einschränken. Die Gründe für trockene Augen können harmlos sein – beispielsweise zu langes Arbeiten vor dem Computerbildschirm.

 

Sie können aber auch Begleiterscheinungen ernsthafter Erkrankungen sein. Oftmals sind trockene Augen sogar das erste Symptom für eine entzündlich-rheumatische Erkrankung. Deswegen ist es wichtig, bei anhaltenden trockenen Augen einen Arzt aufzusuchen. Welche Krankheiten mit trockenen Augen einhergehen, erfahren Sie hier.

Frau mit Diabetes misst Blutzuckerspiegel. Trockene Augen bei Diabetes Patienten.
Der Blutzuckerspiegel eines Diabetes Patienten sollte möglichst immer gut eingestellt werden, sonst drohen dauerhafte Schäden der Augen.

Rheuma im Auge: Sjögren-Syndrom

Rheuma ist ein komplexes Krankheitsbild. Über 100 Erkrankungen werden Rheuma zugeordnet. Allen gemeinsam ist eine chronische Entzündung – betroffen können Gelenke, Muskeln, Knochen, Bänder und Sehnen sein. Aber auch in Organen, beispielsweise in der Niere, im Darm oder im Auge, kann eine rheumatische Entzündung vorliegen.

 

Bei der rheumatoiden Arthritis sind die Gelenke betroffen. Es ist die häufigste rheumatische Krankheitsform und zugleich die häufigste chronische Gelenkentzündung. Die Krankheit ist nicht heilbar, mit Medikamenten lässt sich ein Voranschreiten aber stoppen beziehungsweise verlangsamen. Hinter der rheumatischen Arthritis steckt vermutlich eine Autoimmunerkrankung: Der Körper schickt Immunzellen fälschlicherweise in die Gelenke, wo sie entzündliche Prozesse ankurbeln, die die Gelenke nach und nach zerstören. Die rheumatoide Arthritis wird häufig von trockenen Augen begleitet.

 

Von den entzündlichen Prozessen können alle Strukturen im Auge betroffen sein. Typische, durch Rheuma ausgelöste Erkrankungen am Auge:

 

  • Sjögren-Syndrom
  • Trockenes Auge mit entzündeter Bindehaut (Konjunktivitis)
  • Entzündung der Lederhaut im Auge (Skleritis)
  • Entzündung der Hornhaut (Keratitis)
  • Entzündung der mittleren Augenhaut (Uveitis)

 

Trockene Augen, Blendempfindlichkeit oder unscharfes Sehen sind nur einige Symptome, die eine rheumatische Erkrankung am Auge bewirken kann.

 

Trockene Augen können sowohl ein Begleitsymptom rheumatischer Erkrankungen darstellen (sekundäres Sjögren-Syndrom), als auch eine eigene rheumatische Erkrankung bilden, das sogenannte primäre Sjögren-Syndrom. Das primäre Sjögren-Syndrom tritt selbstständig, das heißt ohne nachweislichen Bezug zu einer anderen Erkrankung, auf. Grund für das Sjögren-Syndrom ist eine Autoimmunkrankheit, bei der das körpereigene Abwehrsystem die Tränen- und Speicheldrüsen angreift.

 

Da meist auch die Speicheldrüsen betroffen sind, liegt zudem ein trockener Mund mit Entzündungen des Zahnfleisches und der Mundschleimhaut vor. Oft sind weitere Drüsen betroffen und es trocknen zusätzlich Schleimhäute aus, beispielsweise die Nasenschleimhaut oder die Schleimhaut in Rachen und Bronchien.

 

Weitere, detaillierte Informationen zu rheumatischen Erkrankungen, Sjögren-Syndrom und trockenen Augen finden Sie im Kapitel Rheuma.

Sklerodermie: Eine Autoimmunkrankheit des Bindegewebes

Bei der Sklerodermie handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung. In diesem Fall greift das Immunsystem das Bindegewebe an, welches sich dadurch langsam verhärtet. Es können sowohl die Haut als auch innere Organe, beispielsweise die Lunge oder das Herz, betroffen sein.

 

Symptome der Sklerodermie sind Durchblutungsstörungen in den Händen und Füßen sowie eine Verhärtung der Haut, vor allem an den Extremitäten und im Gesicht. Auch die Augenlider können steif werden, so dass das Auge nicht mehr vollständig geschlossen werden kann. Es trocknet in der Folge leicht aus. Weiterhin entwickeln Sklerodermie-Patienten häufig ein Sjögren-Syndrom, da die Speichel- und Tränendrüsen ebenfalls betroffen sein können.

Morbus Parkinson: Ein Absterben von Nervenzellen führt zu Muskelzittern

Bei Morbus Parkinson erkrankt das zentrale Nervensystem. Bestimmte Nervenzellen sterben nach und nach ab, weswegen ein Mangel an dem Nervenbotenstoff Dopamin entsteht. Die Folge sind Symptome wie unkontrollierbares Muskelzittern, Muskelstarre und Bewegungseinschränkungen. Die meisten Menschen erkranken zwischen dem 50. und 80. Lebensjahr.

 

Neben den bekannten Symptomen haben Parkinson Patienten oft schon früh im Krankheitsverlauf Augenbeschwerden. Sie klagen über Sehschwäche und Schwierigkeiten beim Lesen, dreiviertel aller Augenprobleme sind trockene Augen. Dies lässt sich auf weniger Lidschläge und eine schlechte Qualität der Tränenflüssigkeit zurückführen. Die Tränensekretion ist oft zusätzlich vermindert.

Diabetes mellitus: Die Zuckerkrankheit schädigt Blutgefäße und Nerven

Die chronische Zuckerkrankheit hat schwerwiegende Auswirkungen auf den gesamten Körper. Bei Diabetes ist die Regulation des Blutzuckerspiegels gestört, da entweder zu wenig Insulin gebildet wird oder die Körperzellen nicht mehr auf Insulin reagieren (Insulin-Resistenz). Das Hormon Insulin ist für die Senkung des Blutzuckers zuständig. Der erhöhte Blutzuckerspiegel wirkt sich unter anderem auf die Blutgefäße und Nervenfasern aus. Gerade die feinen Gefäße und Nervenfasern im Auge werden schnell geschädigt. Die Augen entzünden sich schneller, da Reizungen der Augenoberfläche durch die geschädigten Nerven zu spät an die Tränendrüsen weiter geleitet werden, die Tränenproduktion wird nur unzureichend aktiviert. Trockene Augen sind die Folge.

Schilddrüsenerkrankungen

Die Schilddrüse kann eine Über- oder eine Unterfunktion aufweisen. Im gesunden Zustand ist die Schilddrüse eine zentrale Steuerstelle der Stoffwechselvorgänge im Körper. Bei einer Unterfunktion (Hypothyreose) wird der Stoffwechsel verlangsamt. Es kommt zu Symptomen wie Müdigkeit, Durchblutungsstörungen oder Verstopfung. Die Augen können durch eine reduzierte Tränensekretion austrocknen. Oftmals treten Schwellungen an den Augenlidern auf, die mitunter dazu führen, dass sich das Auge nicht vollständig schließt beziehungsweise die Tränenflüssigkeit nicht gleichmäßig auf der Augenoberfläche verteilt wird. Dies fördert zusätzlich ein Austrocknen der Augenoberfläche.

 

Bei einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) hingegen läuft der Stoffwechsel auf Hochtouren. Dadurch entstehen Beschwerden wie Nervosität, Schlafstörungen oder Bluthochdruck. Funktionsstörungen anderer Drüsen, beispielsweise der Haut oder der Augen, kommen ebenso vor. Die bekannteste Überfunktionserkrankung ist der Morbus Basedow. Ein Hauptsymptom dieser Autoimmunerkrankung sind hervortretende Augen, was zu einem unvollständigen Lidschluss und damit zu einer unvollständigen Benetzung der Augenoberfläche führt. Die Augen brennen, es entsteht ein Fremdkörpergefühl. Da der Tränenfilm des Auges zu schnell verdunstet, produzieren die Augen zum Ausgleich mehr Tränenflüssigkeit. Paradoxerweise tränt das Auge und fühlt sich dennoch trocken an.

Virusinfektionen und bakterielle Infektionen

Verschiedene Viren können verantwortlich für trockene Augen sein. Das Herpes Virus kann einen bestimmten Hirnnerv schädigen, so dass die Informationsübertragung zwischen Gehirn und Tränendrüsen unterbrochen ist. Die Tränenproduktion kann vom Gehirn nicht mehr angeregt werden.

 

Einige Viren infizieren die Tränendrüsen. Diese entzünden sich dadurch und setzen die Tränenproduktion stark herab. Folgende Viren können die Tränendrüsen befallen:

 

  • HI-Virus (Auslöser von AIDS)
  • Mumps-Virus
  • Ebstein-Barr-Virus (Erreger des Pfeiffer-Drüsenfiebers)
  • Influenza (Auslöser der echten Grippe)
  • Masern-Virus

 

Auch Bakterien können die Tränendrüsen befallen. Dazu gehören beispielsweise die Erreger von Scharlach, Tuberkulose oder Syphilis.

Hauterkrankungen

Wenn Neurodermitis im Gesicht auftritt, entstehen oft auch Ekzeme um die Augen. Diese können zum Anschwellen der Lider führen. Die Augen können nicht mehr richtig geschlossen werden und die Augenhaut trocknet leicht aus. Aber auch ohne Lidschwellungen werden bei Neurodermitis Patienten immer wieder trockene Augen festgestellt. Besonders gilt dies für Personen, die von der Hauterkrankung Rosazea betroffen sind.

Trockene Augen behandeln

Trockene Augen sind keine Bagatelle. Gehen Sie mit den Beschwerden unbedingt zum Arzt, um die Ursache feststellen zu lassen und eine geeignete Behandlung zu erhalten.

Bei den beschriebenen Erkrankungen sind die trockenen Augen meist chronisch. Deshalb ist es wichtig, die Augen dauerhaft und regelmäßig mit Augentropfen zu befeuchten. Beim Kauf sollte man darauf achten, dass die Augentropfen keine Konservierungsmittel enthalten. Diese können die empfindliche Hornhaut zusätzlich schädigen.